Wasserschaden

Gestern abend erlebten wir eine böse Überraschung. Es fing eigentlich alles recht harmlos an. Ein paar Mitmieter aus dem Dachgeschoss kamen uns fragen, ob bei uns auch die Heizung kalt ist. Da das nicht der Fall war, waren wir noch froher Dinge und dachten, dass wahrscheinlich nur irgendwie Luft im Heizungskreislauf war. Leider erwies sich das als Trugschluss. Nach etwa einer Stunde kam unsere Hausmeister, den die anderen Mieter angerufen hatten, an unserer Tür klingeln und sagte uns, dass er auf der einen Seite des Hauses die Heizung abstellen musste, weil es wohl ein Leck gibt. Er sagte auch, wir sollten uns umsehen, ob es bei uns irgendwo nass wird. Nachdem Doro mir das erzählt hatte, ich saß gerade im Arbeitszimmer, drehte ich mich um und entdeckte an der Wand hinter mir fließendes Wasser und auf dem Fußboden eine schon recht ansehnliche Pfütze.

fließendes Wasser an der Wandfließendes Wasser an der Wand

Daraufhin haben wir den Hausmeister nochmal angerufen und er war auch gleich nochmal da und sagte so ermutigendes wie "Da kommt bestimmt noch einiges nachgelaufen". Naja wir haben die Technik aus dem Arbeitszimmer geräumt, die Pfützen weggewischt und noch einen zweite Wasserstelle hinter der Zimmertür entdeckt.

Wasser unter der TapeteWasser unter der Tapete

So gegen 21:00 kam die Frau die in der Wohnung über uns wohnt nach hause und fand einen Zettel vom Hausmeister an ihrer Tür. In ihrer Wohnung gab es keinen Strom mehr und sie stellte eine Pfütze in ihrer Küche fest. Sie kam daraufhin zu uns und hat den Hausmeister nochmal angerufen. Er kam dann auch nochmal. Damit war der gestrige Abend für uns erstmal gelaufen. Wir haben die Wand noch etwas überwacht und waren dann ganz froh, dass kein Wasser mehr nachlief.

Heute morgen klingelte die Mieterin von über uns nochmal, um uns ihren Wohnungsschlüssel zu geben. Sie berichtete uns, dass der Schaden in der Decke über ihrer Wohnung war und das im Arbeitszimmer ihres Mannes die Zimmerdecke herunterhängt. Ich musste dann erstmal auf Arbeit gehen.

Im Laufe des Vormittags war dann unsere Betreuerin von der Hausverwaltung da und hat die Schäden besichtigt. Ihre wenig hoffnungsvolle Botschaft war: "Das werden wir wohl professionell trocknen lassen müssen. Beim letzten Mal wo wir sowas machen mussten, hat das 17 Wochen gedauert." Doro hat mich dann auf Arbeit angerufen und mir das mitgeteilt. Ich bin dann relativ früh nachhause gekommen.

Wir haben jetzt erstmal notdürftig die Dinge in unserem Wohnzimmer und im Flur verteilt und harren der Dinge die da kommen. Morgen kommt erstmal ein Handwerker, der der Wohnungsverwaltung ein Angebot für die Sanierung machen soll.

Rechner im WohnzimmerRechner im Wohnzimmer Kisten im WohnzimmerKisten im Wohnzimmer

Wasser

Auch sehr "angenehm": Am späten Abend die Wohnung aufschließen, feststellen dass Wasser in der Kücke "steht" und als Ursache erfahren musste, dass das Abflussrohr unterhalb meiner Wohnung verstopft war und sämtliches Abwasser in mein Abwaschbecken und anschließen darüber in den Rest der Küche lief. Die Gerüche waren einzigartig. Vielen Dank an die Fa. Schulz & Co. für die schnelle Beseitigung der Verstopfung.

Wasserschaden

Ich selbst bin bei so einer Firma angestellt die Wasserschäden wie diese beseitigt. 17 Wochen ist jedoch ganz schön überzogen wenn es so stark feucht ist müssen eben mehr "Trockner" her. Es gibt die verschiedensten arten davon.
Eine Häufige Variante ist eben dieser "Föhn" wie Du ihn beschreibst, man bohrt ein Loch von der Ober oder Unterseite mit einem Durchmesser von üblicherweise 50mm in die Decke / Boden. Man muss Durch den Estrich durch bis zur Schüttung. Das gerät erzeugt aus der Raumluft trockene luft und presst diese in die Zwischenschicht (Estrich). Überlicherweise werden an den Wänden beim Übergang zum Boden (kante) kleine Austrittslöcher in beliebiger Größe gebohrt wo die eingepresste Luft wieder austritt.
Das gerät hat auch noch einen Schlauch den man durch ein Fenster ins freie gibt um die feuchte Raumluft hier wieder austreten zu lassen. Man kann nicht sagen das solche Geräte leise sind man kann normalerweise nämlich nicht daneben schlafen. Bei Kleinwohnungen wo nur ein Zimmer ist bekommen die Mieter in der regel von der Versicherung deshalb ein Zimmer in einem nahe gelegenen Hotel.
Tritt der Wasserschaden an Wänden auf wird meistens mit einem Raumentfeuchter gearbeitet der einfach Trockene Luft erzeugt und den ganzen Raum entfeuchtet, so wird das Wasser aus den Wänden gezogen. Hier hat man einen Behälter der ca. 1-2x am Tag ausgelehrt werden muss.
Bei Wänden drehten Landkarten förmige Ausblühungen auf die sich nicht mit normaler Farbe übermalen lassen. Es ist kein schimmel sondern lediglich Salze aus dem Verputz/Ziegel/Beton die austreten. Vor dem Malen müssen diese "Flecken" isoliert werden. Das geschieht immer mit Lösemitellhältigem Sperrgrund/Lack. Nach der Trocknung kann man mit Handelsüblicher Dispersion darüber streichen.
Bei Tapeten sollte man aufpassen das in dem Bereich die ganze Fläche herunter kommt sollte nämlich noch restfeuchtigkeit sein bildet sich in den meisten Fällen Schimmel hinter den Tapeten den man aber nicht sieht so lange er nicht hervor tritt (z.b. im deckenbereich, boden-randleisten) .

Nach einem Wasserschaden ist die Wand nicht mehr die die sie war. Durch die Absperrungen mit Sperrgrund/Lack verliert sie fast 100% ihrer Atmungsfähigkeit und Schimmelgefahr erhöht sich um ein vielfaches. Wände ins besondere der Verputz werden Porös oder haften nur noch schlecht. Kurzum ein Wertverlust der von keiner Versicherung übernommen wird.

Es wird weniger schlimm als befürchtet

Der Gutachter war gerade da und hat sich die Schäden bei uns angesehen. Wir bekommen zwar ein Trocknungsgerät für das Arbeitszimmer aber nicht so ein lautes Krachgerät, was Pressluft produziert sondern nur sowas wie einen großen Fön. Dann werden zwei Löcher in die Decke gefräst und dann zwei Trockenschläuche reingesteckt. Die angefeuchteten Wände und die Decke bekommen wir neu gestrichen und da wo sich die Tapete abgelöst hat, wird neu tapeziert.

Bei der Frau über uns wird heute noch ein großer Trockner aufgestellt, weil es dort alles nass ist. Bei ihr müssen auch Decke und Fußboden in den betroffenen Räumen neu gemacht werden.